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Fragt man in der Bevölkerung nach bekannten Filmregisseuren, wird man wahrscheinlich große Namen wie Alfred Hitchcock, Steven Spielberg oder Quentin Tarantino als Antwort erhalten. Mindestens genauso wichtig ist hier jedoch auch die Nennung von Stanley Kubrick, der mitunter sogar als bester Filmregisseur aller Zeiten gilt. Kubrick hat der internationalen Gemeinde der Filmliebhaber nicht nur ein anspruchsvolles wie vielfältiges Oeuvre hinterlassen, sondern in erster Linie eine Reihe von Werken, die stets vielschichtig und differenziert Eigenarten und Abgründe des Menschen fokussieren. Immer wieder griff er dabei das Thema Krieg und Gewalt auf - wie etwa in seinen Filmen „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ (1964; Thema: Der Kalte Krieg), „Clockwork Orange“ (1971; Gewalt und Aggression) oder „Full Metal Jacket“ (1987; Vietnamkrieg). Doch bereits 1957 veröffentlichte Kubrick in Form eines Antikriegsfilms mit dem zynischen Namen „Wege zum Ruhm“ seinen ersten Spielfilm zu diesem Thema. Das Regie-Genie erarbeitete eine scharfkantige Zeichnung der Zustände an der Front während des Ersten Weltkriegs, die im Nachfolgenden eruiert werden wird. So soll diese Arbeit weder eine vollständige Erläuterung des Films „Wege zum Ruhm“ noch eine Dokumentation des ersten Weltkriegs darstellen (beides würde den Rahmen hoffnungslos sprengen); vielmehr sollen die Entstehung des Films, seine Wirkgeschichte sowie die Analogien zur damaligen Kriegssituation beleuchtet werden.
„Wege zum Ruhm“ gehört zu den frühen Werken des später weltberühmten Kubricks. Dieser wurde am 16. Juli 1928 in New York City geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf; in der Schule blieb sein enormer Intellekt aufgrund völlig unterdurchschnittlicher Noten unentdeckt. Später bemerkte er: „Ich habe in der Schule nie auch nur irgendetwas gelernt und kein Buch aus freien Stücken gelesen, bis ich 19 Jahre alt war“ . Doch Kubrick bekam zu seinem 13. Geburtstag eine Fotokamera, die seine weitere Laufbahn massiv beeinflussen sollte. Sehr talentiert ging er auf Motivsuche und konnte in jungen Jahren bereits oft Aufnahmen an die Presse verkaufen; parallel entwickelte sich seine Leidenschaft für Kinobesuche. 1950 wandte er seine Ersparnisse dafür auf, mit einem Freund einen Dokumentarfilm über Kampfsport zu drehen. Nach drei weiteren kleinen Produktionen hatte Kubrick 1955 ausreichend Investoren angeworben, um mit größerem Budget „Killer’s Kiss“ sowie „The Killing“ zu drehen. Hiernach wurde Hollywood auf Kubrick aufmerksam, sodass er den 1957 veröffentlichten „Paths of Glory“ („Wege zum Ruhm“) mit dem prominenten Kirk Douglas besetzen konnte. Der 12 Jahre ältere Douglas war vom Resultat des „Grünschnabels“ Kubrick derart begeistert, dass er ihm den Regieposten für den von ihm produzierten „Spartacus“ anbot. Stanley Kubrick nahm an und „Spartacus“ (1960) wurde ein Erfolg im Sinne Douglas’. Kubrick dagegen war der Film im Nachhinein zu hollywood-typisch, Douglas nannte Kubrick im Gegenzug „ein talentiertes Stück Scheiße“ . Dieser beschloss daraufhin, in Großbritannien zu leben und dort seine Filme herauszubringen. In seiner neuen Heimat entstanden dann jenseits des Mainstreams sehr erfolgreiche, Tabu brechende und daher heiß diskutierte Werke wie „Lolita“ (Sexualität zwischen Erwachsenen und Minderjährigen) und „Dr. Seltsam“ (Darstellung des Atomkrieges in einer Komödie) sowie später der berühmte „2001: Odyssee im Weltraum“, der Maßstäbe in der Schnitt- und Tricktechnik setzte, aber auch mit einer komplexen und an philosophischen Interpretationsansätzen reichen Handlung aufwartete. Kubrick erhielt (wohl vor allem wegen seiner Distanz zu Hollywood) für seine Kernkompetenzen Drehbuch oder Regie trotz insgesamt 10 Nominierungen nie einen Oscar. Seine einzige Auszeichnung dieser Art erhielt er 1968 für die Spezialeffekte von „2001 – Odyssee im Weltraum“. Kubrick verstarb am 7. März 1999 im Schlaf an einem Herzinfarkt.
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